Zum Hauptinhalt springen

Hastige Verallgemeinerung

Kurz

Aus wenigen oder untypischen Fällen wird eine allgemeine Regel gemacht.

Von der Stichprobe vorschnell aufs Ganze.

Definition​

Bei der hastigen Verallgemeinerung (voreilige Verallgemeinerung, hasty generalization) wird aus einer zu kleinen oder nicht repräsentativen Stichprobe auf eine allgemeine Regel geschlossen.

Der Fehler: Eine verlässliche Verallgemeinerung braucht eine ausreichend grosse und typische Auswahl. Aus wenigen, womöglich zufällig herausgegriffenen Fällen lässt sich keine Allgemeingültigkeit gewinnen. So entstehen Vorurteile und Stereotype.

Der Fehlschluss hat die folgende Form:

  1. Einige (wenige) A haben die Eigenschaft E.
  2. Also haben alle A die Eigenschaft E.

EN: hasty generalization

Verwandtschaft​

  • Rosinenpicken — verwandt: die Auswahl der Fälle ist nicht repräsentativ.
  • Fehlerhafte Analogie — verwandt: unzulässiger Übertrag auf andere Fälle.
  • Accident — das Gegenstück (converse accident): von der allgemeinen Regel auf den Sonderfall.

Beispiele​

Beispiel 1​

„Zwei Touristen aus diesem Land waren unhöflich — die Leute von dort sind eben alle unhöflich.“

Zwei Fälle sind keine taugliche Grundlage für ein Urteil über Millionen Menschen. So entstehen Stereotype.

Beispiel 2​

„Mein Grossvater hat geraucht und wurde 95 — Rauchen kann also nicht schädlich sein.“

Ein Einzelfall widerlegt keine Statistik. Aus ihm lässt sich keine allgemeine Regel ableiten.

Quellen​

Article en français | Article in English