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Rosinenpicken

Kurz

Nur die Belege, die zur eigenen These passen, werden ausgewählt; widersprechende werden weggelassen.

Sich die Rosinen herauspicken.

Definition​

Beim Rosinenpicken (cherry picking) werden gezielt nur die Daten, Fälle oder Zitate herausgegriffen, die die eigene These stützen, während alle widersprechenden Belege verschwiegen werden.

Der Fehler: Ein einseitig zusammengestelltes Bild kann fast jede These „belegen“. Massgeblich ist die Gesamtheit der Evidenz, nicht eine handverlesene Auswahl.

Der Fehlschluss hat die folgende Form:

  1. Es gibt Belege für und gegen die These B.
  2. Nur die bestätigenden Belege werden angeführt.
  3. Die widersprechenden werden weggelassen.
  4. B erscheint dadurch gut gestützt.

EN: cherry picking

Verwandtschaft​

  • Bestätigungsfehler — die kognitive Wurzel: Wir bevorzugen ohnehin bestätigende Informationen.
  • Hastige Verallgemeinerung — verwandt: Schluss aus einer nicht repräsentativen Auswahl.
  • Texas-Sharpshooter — verwandt: nachträgliches Herausgreifen scheinbarer Muster.

Beispiele​

Beispiel 1​

„Diese Diät wirkt — schau dir die drei Leute an, die damit abgenommen haben.“

Die vielen, bei denen sie nicht gewirkt hat, bleiben unerwähnt. Drei ausgewählte Erfolge belegen nichts über die Wirksamkeit.

Beispiel 2​

Ein Bericht zitiert nur die Studien, die das gewünschte Ergebnis zeigen, und übergeht die zahlreichen Studien mit gegenteiligem Befund.

Die Auswahl erzeugt ein verzerrtes Bild der Forschungslage.

Quellen​

Article en français | Article in English