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Suggestive Anspielung

Kurz

Ein Verdacht wird durch eine Andeutung oder Frage geweckt, ohne ihn je zu behaupten oder zu belegen.

Was nicht gesagt wird, wirkt am stärksten.

Definition​

Die suggestive Anspielung (innuendo) erzeugt einen negativen Eindruck nicht durch eine offene Behauptung, sondern durch Andeutungen, Fragen oder Auslassungen. So wird ein Verdacht in den Raum gestellt, ohne dass man ihn ausspricht — und damit auch nicht belegen muss.

Der Fehler: Die Andeutung schmuggelt eine unbewiesene Unterstellung ein. Sie nutzt aus, dass Zuhörer die Lücke selbst mit dem nahegelegten Verdacht füllen.

Der Fehlschluss hat die folgende Form:

  1. Es wird suggeriert, dass über A etwas Belastendes (E) gilt.
  2. E wird nie ausdrücklich behauptet — und daher auch nicht belegt.
  3. Das Publikum hält E dennoch für nahegelegt.

EN: insinuation / innuendo

Verwandtschaft​

  • Brunnenvergiftung — verwandt: vorab erzeugtes Misstrauen gegen eine Person.
  • Komplexe Frage — verwandt: eine unbewiesene Annahme steckt in einer Frage.
  • Ablenkung (Red Herring) — verwandt, wenn die Anspielung vom Thema weglenkt.

Beispiele​

Beispiel 1​

„Fragen Sie ihn doch einmal, wie er eigentlich seinen Wahlkampf finanziert.“

Es wird nichts behauptet — und doch der Verdacht dunkler Geldquellen geweckt, ganz ohne Beleg.

Beispiel 2​

„Ich will ja nichts sagen, aber es ist schon auffällig, wie schnell sie befördert wurde.“

Die Beteuerung, „nichts sagen“ zu wollen, transportiert genau die Unterstellung, die nicht ausgesprochen wird.

Quellen​

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